Der auf die Pionierzeit in Amerika zurückgreifende Reitsport Westernreiten gewinnt immer mehr Freunde, auch in Österreich. Die damaligen Cowboys mussten die gewaltigen Rinderherden zusammenhalten und diese beim Verkauf zum nächstgelegenen Verladebahnhof treiben. Dabei mussten die Viehhirten mit ihren Rinderherden oft wochenlang durch unwegsames Gelände reiten, bis sie den Bahnhof erreichten. Für diese Tätigkeit wurden die Wildpferde speziell dressiert, um diesen Strapazen Stand zu halten.
Die Aufgaben des heutigen Westernreitens bestehen darin, dass die Pferdegangarten von Schritt, Trab und Galopp perfekt beherrscht werden. Dabei wird ein Westernsattel mit dem typischen Horn verwendet. Dieser ist breiter als ein herkömmlicher Sattel und die Steigbügel hängen weit hinunter. Die Zügel sind dabei offen, damit sich diese nicht am Horn verhaken. Bei der Führung der Pferde wird sehr viel Augenmerk bei der Gewichtsverlagerung vom Reiter gelegt, so dass die Pferde bereits bei einem leichten Schenkeldruck reagieren.
Natürlich sind beim Westernreiten einige Pferderassen bevorzugt, die sich für diese Disziplin besonders gut eignen. Folglich sind kleinwüchsige Pferde, welche eine Höhe von 155 Zentimeter am Widerrist, dies ist die Erhöhung, wo der Hals zum Rücken überläuft, aufweisen, sehr gut geeignet. Zu diesen Pferden zählen unter anderem das amerikanische Quarter Horse oder auch Fuchs genannt und das amerikanische Paint Horse, das eine weiß schwarze Zeichnung aufweist und auch als Indianerpferd bekannt ist. Aber auch das Appaloosa Pferd, das eine spanische Abstammung hat, wird hierfür sehr gerne dressiert.
Bei den Westernreittournieren werden Aufgaben gestellt, bei dem die Geschicklichkeit des Pferdes und die Führung des Reiters im Vordergrund stehen. Zudem müssen einige Disziplinen des Reitsports ausgeführt werden. Das Reining beispielsweise besteht darin, dass die Pferde und ihre Reiter einen Tempoübergang von Schritt, Trab und Galopp vorweisen, wobei ein Sliding Stop, ein sogenanntes schnelles Stehenbleiben des Pferdes, verlangt wird. Auch das rückwärts Ausrichten des Pferdes ist eine Reitkunst im Westernreiten und hat mit viel Geschicklichkeit zu tun.